Häufig gestellte Fragen

Solaris Suisse keine Kommentare
: FAQ : kein

01 Wer hat das Netzwerk gegründet?

Am 26. September 2021 startete es in Rennes-le-Château, im oberen Aude-Tal (SOLARIS 11) in Frankreich. Wer genau die Personen sind, die ihre Energie darein investiert haben, spielt keine Rolle mehr – heute ist es ein Werk kollektiver, uneigennütziger Intelligenz. Die konkrete Arbeit findet in den lokalen Zellen statt.

02 Ist SOLARIS ein Verein?

Nein. Es ist weder ein Verein, ein Unternehmen noch eine Stiftung. SOLARIS besitzt keine administrative oder rechtliche Struktur und es fließt kein Geld. Es ist ein Zusammenschluss von Menschen, die den sozialen Zusammenhalt wiederherstellen und solidarisch auf schwierigere Zeiten reagieren möchten. Alle Mitglieder arbeiten ehrenamtlich.

03 Gibt es eine Leitung oder Hierarchie bei SOLARIS?

Nein. Niemand leitet, es gibt keine Machtstrukturen. Es zählt einzig die wohlwollende Anerkennung von Kompetenzen – diese bestimmt die Rollen. Sollte sich in einer Zelle dennoch eine Hierarchie oder Machtposition etablieren, verstieße dies gegen den SOLARIS-Geist. Die Mitglieder der Zelle müssten das Problem dann selbst und souverän regeln.

04 Wer darf zu SOLARIS kommen?

Jeder – ohne Ausnahme. Kommt so, wie ihr seid, und bringt eure Fähigkeiten mit, denn jeder hat welche. Entscheidend ist die Haltung der Wohlwollens. Falls sich jemand durch sein Verhalten in einer Zelle als problematisch erweist und Gespräche nicht fruchten, wird er von der gesamten Zelle ausgeschlossen. Das Netzwerk entsteht nur mit denen, die bereit sind, sich einzubringen.

05 Welche Art von Hilfe wird geleistet?

Es ist eine reine Gabe, wie man sie einem Freund erweisen würde. Was man heute gibt, erhält man vielleicht morgen von jemand anderem. Es gibt keine kommerziellen Transaktionen und keinen Austauschgedanken. Falls Kosten entstehen, kann man freiwillig und wenn möglich einen Beitrag anbieten – aber das darf nicht die Erwartung dessen sein, der Hilfe leistet.

06 Warum ein zusätzliches Netzwerk gründen, wo es doch bereits viele Netzwerke zum Teilen von Wissen und Mitteln gibt?

SOLARIS ist kein weiteres Netzwerk. Es ist von anderer Natur, aber perfekt komplementär zu allen bestehenden Strukturen, die sich für das Gemeinwohl einsetzen. SOLARIS ist ein konkretes Mittel, um alle – Einzelpersonen wie Kollektive – zusammenzuführen. Es bietet eine Strategie der Verbindung und einen „menschlichen Suchmotor“, der eine lokal verankerte Antwort auf jede Nachfrage ermöglicht, auch in dringenden Situationen oder Krisen.

07 Kann man sicher sein, dass unsere Kommunikation geschützt ist?

Wovor geschützt? Wir sind nicht naiv, aber inwiefern ist ein Netzwerk der Solidarität und Hilfe angreifbar? Die Daten, die ihr untereinander auf den Kommunikationswegen austauscht, liegen in eurer Verantwortung. Zwischen privaten Posts in sozialen Medien und den vernetzten Dateien der Verwaltungen haben diejenigen, die es darauf anlegen, ohnehin mehr Informationen über jeden Einzelnen, als in einem lokalen SOLARIS-Verzeichnis einer Zelle enthalten sind.

08 Sind die Daten des Verzeichnisses öffentlich oder werden sie außerhalb der Zelle weitergegeben?

Nein. Keine Daten der Informationsblätter sind öffentlich. Diese dienen ausschließlich dazu, das lokale Verzeichnis zu speisen, das niemals die Hände der Verantwortlichen einer Zelle verlässt. Selbst die Schweizer Koordination hat keinen Zugriff darauf.
Mit anderen Worten: In einem Dorf ist das lokale Verzeichnis nicht einmal den Einwohnern bekannt. Nur die Referent:innen aktualisieren es und haben Zugang. Das Verzeichnis wird – selbst wenn es am Computer erstellt wird – immer ausgedruckt oder handschriftlich geführt.

09 Warum gibt es drei Koordinator:innen und drei Referent:innen pro Zelle?

Drei ist die optimale Zahl, um eine Alternative zu haben, falls eine:r der Verantwortlichen nicht erreichbar ist. Dann können die beiden anderen kontaktiert werden. Gleiches gilt für die Koordinator:innen.

10 Wer rekrutiert die Koordinator:innen, Referent:innen und „Tisserands“?

Niemand. Sie melden sich freiwillig. Historisch gesehen sind die Gründer:innen einer Zelle meist auch die Koordinator:innen. Die Rollen von Koordinator:in, „Tisserand“ und Verzeichnis-Referent:in können jedoch zwischen passenden Freiwilligen wechseln. Die Referent:innen müssen natürlich für alle Mitglieder ihrer Zelle erreichbar sein – sie sind der „Suchmotor“ dieses „menschlichen Internets“.

11 Wie erstellt man das lokale Verzeichnis?

Anleitung für einen Workshop zur Erstellung des lokalen Verzeichnisses: Dokument (PDF) und begleitendes Video auf Odysee sowie auf YouTube.

12 Warum gibt es eine Schweizer Koordination?

Aus zwei Gründen: Erstens sorgt sie dafür, dass das Netzwerk in der gesamten Schweiz funktionsfähig und optimal vernetzt ist. Zweitens ermöglicht sie den Kontakt zwischen weit voneinander entfernten Zellen sowie mit der nationalen Koordination.

13 Warum müssen die Kontaktdaten der Zellen-Koordinator:innen an die Schweizer Koordination weitergegeben werden?

Weil sie für die Vernetzung in der Schweiz verantwortlich ist. Sie muss die Koordinator:innen benachbarter Zellen miteinander verbinden können. Die drei Schweizer Koordinator:innen benötigen daher die Kontaktdaten aller Zellen-Koordinator:innen in der Schweiz. So können diese ihre Pendants in den Nachbarzellen kennenlernen und treffen – was für die Vernetzung unerlässlich ist.
Zusammengefasst: Die Verzeichnis-Referent:innen einer Zelle sind den Koordinator:innen derselben Zelle bekannt. Diese wiederum sind der Schweizer Koordination bekannt. So kann die Vernetzung auf nationaler Ebene – und sogar grenzüberschreitend – sichergestellt werden.

14 Muss eine Zelle zwingend einen Radius von 15 km abdecken?

Nein. Das ist nur ein Richtwert für den Start. Man sollte ihn an die lokale Situation anpassen. Ist ein Gebiet sehr dünn besiedelt, kann man die ersten Zellen auf ein größeres Territorium ausdehnen, um das Zusammenbringen zu erleichtern. Später kann dann jedes Dorf seine eigene Zelle gründen.

15 Wie viele Personen braucht man, um eine Zelle zu gründen?

Es gibt kein Minimum. Man kann allein starten und eine Zelle für ein Dorf gründen – die anderen werden folgen. So beginnt es immer: eine Person setzt den Impuls.

16 Ist es besser, viele kleine Zellen oder wenige große Zellen zu haben?

Strategisch gesehen ist es für den schnellen Aufbau eines effektiven Solidarnetzwerks entscheidend, möglichst viele Zellen zu gründen. Klar gesagt: Heute ist es besser, 10 Zellen mit je 2–3 Mitgliedern zu haben als eine Zelle mit 100 Personen. Denn wenn sich die Lage verschärft und der Druck zunimmt, werden die Menschen von selbst zum Netzwerk kommen. Existiert dann bereits eine Zelle in ihrem Dorf, ist die Hilfeleistung deutlich effizienter.